MÖDLINGER STADTVERKEHRSMUSEUM

A - 2340 Mödling,
Tamussinostraße 3

 
Kurze Geschichte unserer Museumshalle

Zwanzig Jahre nach der Bahneröffnung wurde die Elektrische im Jahre 1903 grundlegend modernisiert. Die Beschaffung von zehn neuen ("großen") Motorwagen machte einen dreigleisigen 37 Meter langen Remisenneubau notwendig, der direkt an die Bahnhofstraße (später "Bahngasse", dann "Tamussinostraße") gebaut wurde.

Abb.: Der Plan aus dem Jahre 1903 zeigt die neue Halle, sowie die neue und die alte Gleislage.


Abb.: Die Bahngasse; Rechts ist die neue Halle zu sehen!

Die "große" Wagenremise wurde direkt an die Lokomotivremise und die "kleine" Wagenremise angebaut, sodaß nun ein zusammenhängendes Ensemble aus drei Hallen entstand. Die ehemals näher beim Bahnhof befindliche zweigleisige Remise wurde auf einem Sockel etwas neben den drei Hallen aufgebaut und in Hinkunft als "alte" Remise bezeichnet.

 


                                                   Abb.: Die drei oben beschriebenen Hallen:
Die Zeichnung wurde aus dem "Hinterbrühler-Buch" von Prof. Figlhuber
übernommen, Originalpläne waren bis dato leider nicht auffindbar!

Bilder der großen Wagenremise aus der Betriebszeit sind leider außerordentlich rar. Eine Gesamtaufnahme gibt es bis zum heutigen Tag überhaupt nicht!


Abb.: Detailvergrößerung eines Fotos aus dem Jahre 1932

     Abb. unten: "Großer" Triebwagen mit Schneepflug vor der "großen" Wagenremise.

Foto: Nachlaß Dr. Pötschner, Archiv Dr. Peter Lösch

Nach dem Ende der Bahn im März 1932 verblieben die Fahrzeuge noch für sieben Jahre (!) in den Remisen. Erst nach dem Anschluß wurden die großen Triebwagen zu anderen meterspurigen Betrieben und die kleinen Wagen zur Verschrottung abtransportiert. Die Remisenbauten blieben stehn, wurden aber in weiterer Folge nur mehr bahnfremd genutzt. Dies hatte zur Folge, daß die beiden seitlichen Öffnungen der großen Wagenremise zugemauert wurden.

In den 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts hatte ein Herr Ing. Anton Wolf einen Betrieb für landwirtschaftliche Produkte in den Bauten eingerichtet. Die große Wagenremise soll damals als Lager für Futtermittel gedient haben.

Abb.: Die Remisenbauten waren 1967 noch recht gut erhaltenen. Unten sehen Sie die große Wagenremise und die beiden kleinen Remisen. Foto: Prof. Figlhuber

Später wurde das Gebäude vom Mödlinger Wirtschaftshof genutzt. In den 80er-Jahren sollte sie - wie die anderen Objekte - der neuen Park and Ride-Anlage weichen, was aber - nicht zuletzt Dank dem damaligen Mödlinger Bürgermeister Werner Burg - verhindert werden konnte. Ab 1987 konnten wir das Gebäude zum Teil nutzen (der Wirtschaftshof wich erst langsam!), ab 1989 zur Gänze. Zur Zeit bemühen wir uns, einen Sanierungsprozeß für das seit 1991 unter Denkmalschutz stehende Gebäude in Gang zu bringen. Ein ausführliches Konzept, das wir gemeinsam mit Ing. Kaiser erarbeitet haben (siehe Publikation) wurde den verantwortlichen Stellen bereits